Große Ideen...statt viel Geld

Rückblick: Landespfingstlager 2014 in Lenzing

807 TeilnehmerInnen, 20 m³ Holz, 48 Ortsgruppenschilder, 48 Zentralos, 167 kg Obst, 540 Knacker, 300 Käsekrainer, 3 Tage purer Sonnenschein und noch viel viel mehr – all das war Teil eines Landespfingstlagers, das man so schnell nicht vergessen wird. Aber noch viel wichtiger sind die geknüpften Freundschaften, die neu gefundenen Bekanntschaften, die vielen Stunden zusammen ob abends am Lagerfeuer oder während des Programms und die Herzlichkeit, der man überall begegnet ist.

Während bereits am Mittwoch und Donnerstag die ersten Mitglieder des Teams anreisten und bereits die Hangar aufstellten, diverse Kleinigkeiten noch vorbereiteten und die Planung für das Wochenende konkretisiert haben, reisten am Freitag schon einige Aufbautrupps der einzelnen Ortsgruppen an. Frei nach dem Motto „Alle zusammen, dass die Räder sich drehen“ entstand durch vereinte Kräfte eine Campstadt, die schon von Weitem beeindruckte.

Das Lagermotto „Große Ideen statt viel Geld – so verändern wir die Welt“, war überall spürbar und wieder zu finden. Der Zeltplatz war dieses Jahr erstmals nicht in Dörfer, sondern in verschiedene Stadtviertel eingeteilt, die unter einem bestimmten Themenschwerpunkt standen, wie zum Beispiel: das Finanzviertel, das Industrieviertel, das Museumsviertel usw. Besonders charakteristisch für diese Einteilung war, dass die verschiedenen Seiten einer Stadt aufgezeigt werden sollten. Als Vorbild diente New York, denn auch dort reicht es von Industrie, über Armut und Kunst bis hin zu den Reichen an der Börse und den Studierenden am Campus. Das Organisationsteam wollte aufzeigen, dass ärmere Familien genauso Teil einer Stadt sind wie z.B.: auch die jungen Studenten. Die Vielfalt, aber auch die Kluften in der Gesellschaft zeigen uns, wie stark der Kapitalismus die Welt regiert, aber am Pfila 2014 wurde genau das Gegenteil erreicht: ganz egal woher man kommt oder wer man ist, hier fand jeder seinen Platz und wurde akzeptiert.

Bereits am Samstag, als die restlichen TeilnehmerInnen eintrudelten und die letzten Zelte aufgebaut wurden, hat die „Mach dich schlau“-Rallye begonnen, bei der Kinder, Jugendliche aber auch Erwachsene die verschiedenen Werte der Roten Falken und Kinderfreunde kennenlernten und finden mussten. Solidarität, Freundschaft, Demokratie, Natur, Freiheit, Frieden und Gleichheit spiegeln die Ballons im Camplogo wieder und waren zentraler Schwerpunkt während der Rallye aber auch während des gesamten Camps.
 Gleichzeitig konnte man sich durch die „Mach dich schlau“-Rallye auch einen Besuch bei den verschiedenen KiKo-Stationen sichern. KiKo bedeutet Kinderkonsum und für gewöhnlich können sich die Kinder und Jugendlichen dort Süßigkeiten kaufen, doch nicht dieses Mal. Da die Inhalte des Pfingstlagers einen kritischen Blick auf die „Wegwerf- und Konsumgesellschaft“ geben sollten, wurde so vermieden, dass man unter den Druck gerät, unbedingt etwas kaufen zu müssen. JedeR konnte sich seine Süßigkeiten frei nach Interesse selbst machen. Die dazugehörigen Stationen wurden primär von den Ortsgruppen angeboten und durchgeführt. Die Begeisterung der Kinder und der Stolz darauf, seine eigenen Süßigkeiten gemacht zu haben, verliehen dieser neuen Innovation einen ganz besonderen Flair.

Da wir jeden Tag mit meist über sonnigen 30°c verbracht haben, kam am Samstag und Sonntag die Freiwillige Feuerwehr Lenzing, die alle mit einer Abkühlung versorgt hat.

Parallel zum regulären Tagesablauf hat es aber auch für die Kleinsten etwas ganz Eigenes gegeben. Damit die Minis nicht zu kurz kamen, haben sie ein ganz eigenes Programm gehabt, bei dem sie beispielsweise eine Kartonstadt erbaut oder Instrumente gebastelt haben.

Am Samstagabend fand noch ein spektakuläres Eröffnungsfest statt, das nach einem Umzug durch Lenzing im Kulturzentrum seinen Höhepunkt erreichte.

Die Lagerfeuerabende waren wie immer ein Highlight, auf das niemand verzichten wollte – so tummelten sich die verschiedenen BewohnerInnen der Stadtviertel um ihre eigenen Feuerstellen und von überall wehten die Klänge von Falken- und Kinderfreundeliedern herüber. Auch der HeKo (HelferInnenkonsum) war gut besucht und ein Ort für gute Unterhaltung.

Der Sonntag stand besonders unter dem Motto „Nimm dir Zeit“ – die Gruppen hatten hier die Möglichkeit Aktivitäten nach Lust und Laune wahr zu nehmen. Ob es nun malen und zeichnen in der „Colourful World“, spielen beim Sportplatz oder einfach nur relaxen war. Ein kunterbuntes Angebot für Groß und Klein ermöglichte einen stressfreien und eher ruhigen Vormittag, während am Nachmittag vor allem eins im Mittelpunkt stand: die Stadtviertel. Passend zu den Überthemen fanden dort nämlich zugeschnittene Programme statt: so machte man im Forschungsviertel verschiedene Experimente, im Regenbogenviertel setzte man sich mit Geschlechterrollen auseinander und im Handwerksviertel gings ans Bauen!

Am Abend wurden im feierlichen Rahmen in den Regionen die Rottücher verliehen, wobei die ein oder andere Träne vor Stolz und Freude geflossen ist. Ein weiteres Highlight an diesem Abend war jedoch auch das Open Air Konzert der Band: „Free Willy“, die mit ihrem Liveact jeden mitgerissen haben. Exklusiv für die Jugendlichen gab es ein kleines „Grusel-Planspiel“ passend zum Thema „Kapitalismuskritik“ in der verlassenen Schule von Lenzing, das vom JuHe-Team und vielen Helferleins gestaltet wurde. So fand der letzte Abend in Lenzing einen schönen Ausklang, sodass alle frisch und munter am Montag zum Abbau motiviert waren.

Die Sonne war uns immer noch wohlgesonnen, auch wenn es viel Schweiß und Energie kostete den Platz wieder in seinen Urzustand zurück zu versetzen. Wir blicken auf drei grandiose und ereignisreiche Tage zurück, in denen wir vor allem eines gelernt haben:

Kein Geld der Welt ersetzt was wir haben, wenn wir einander die Hände reichen: Freundschaft, Solidarität, Gemeinschaft. Zusammen verändern wir die Welt – Schritt für Schritt!

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Landespfila 2014

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