8.März WTF

Frauentag!

Was bedeutet der Weltfrauentag? Und: Bist du Feminist/in? Mach den Test!

Und worum gehts an diesem Tag überhaupt?

Internationaler Frauentag

Im August 1910 beschloss die internationale sozialistische Frauenkonferenz auf Vorschlag der deutschen Sozialistin Clara Zetkin, einen weltweiten Tag für die Rechte der Frauen einzuführen. Der Beschluss lautete: „Im Einvernehmen mit den klassenbewussten politischen und gewerkschaftlichen Organisationen des Proletariats in ihrem Lande veranstalten die sozialistischen Frauen aller Länder jedes Jahr einen Frauentag, der in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dient.“ Der Frauentag wurde in den ersten Jahren im März oder Mai gefeiert und drehte sich hauptsächlich um das Wahlrecht für Frauen. Im Jahr 1917 streikten am 8. März (nach russischem Kalender der 23. Februar) die Soldatenfrauen, Arbeiterinnen und arme Bäuerinnen und lösten mit ihrem Protest die Februarrevolution aus. Im Gedenken an die Rolle der Frauen in der Revolution wurde schließlich der 8. März von Lenin zum Internationalen Frauentag ernannt und ist uns bis heute Kampf- und Feiertag für die Rechte der Frauen.

Lieber gleich berechtigt

Vieles hat sich in den letzten hundert Jahren für Frauen und Mädchen verbessert: Das Frauenwahlrecht konnte ebenso erkämpft werden, wie das Recht auf gleichen Bildungszugang; die Fristenregelung (und somit das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen) wurde eingeführt und Frauen Männern gesetzlich weitestgehend gleichgestellt. Diskriminierungsverbote, Quoten und Frauenförderpläne zeigen, dass es strukturelle Möglichkeiten gibt, die Chancenungleichheit zu bekämpfen.

Ist also alles gut? Sind wir Frauen und Mädchen ohnehin schon lange gleichberechtigt? Leider nein. Es gibt auch im Jahr 2013 genügend Gründe, sich für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen stark zu machen.

 

Patriarchale Geschlechterrolle

Von Kind an prägen Geschlechterrollen unser Leben: Mädchen tragen rosa, Burschen spielen mit Autos, Mädchen sind sensibel, Burschen besser in Mathematik, das Kind braucht seine Mutter usw. usf. Die Liste geschlechtsspezifischer Zuschreibungen ließe sich endlos fortführen. Dabei sind die Rollen, die die Gesellschaft den Geschlechtern zuschreibt, also das soziale Geschlecht (gender) nicht nebensächlich, sondern beeinflussen das Leben des/der Einzelnen ebenso, wie die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit: Der überwiegende Teil der Lehrlinge in technischen Berufen ist männlich, Frauen greifen nach wie vor auf „klassische“ Frauenberufe zurück. Knapp 50 % aller angehenden weiblichen Lehrlinge wollen in die Berufen Friseurin, Einzelhandel, Bürokauffrau. Es ist kein Zufall, dass gerade diese Berufe besonders schlecht bezahlt sind.

 

Weniger Lohn für gleiche Arbeit

Aber nicht nur die rollenbedingte Berufswahl führt zu schlechteren Chancen, auch die Tatsache, dass Frauen immer noch die Hauptverantwortlichen für Kindererziehung und Haushalt sind wirkt sich negativ aus: Über 70% der geringfügig Beschäftigten und die Mehrheit der Teilzeitarbeitenden sind weiblich. Neben dem geringen Gehalt bringt das eine Reihe von arbeits- und sozialrechtlichen Nachteilen mit sich und verschlechtert die Karrierechancen.Das Alles führt dazu, dass Frauen in Österreich immer noch mehr als 23 Prozent oder 10.000 Euro im Jahr weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen. Das ist ein kleines Auto, das sich Frauen jährlich für das Geld kaufen könnten.

 

Gewalt gegen Frauen und Mädchen

In Österreich ist jede fünfte Frau – quer durch alle Gesellschaftsschichten – von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen. 10 % aller Frauen erleben sexuelle Gewalt durch ihren Partner. Die männliche Gewalt kann jede Frau treffen unabhängig von Alter, Nationalität, sexueller Orientierung oder Bildungsstand. Gewalt an Mädchen und Frauen ist daher keine private Angelegenheit oder ein Einzelschicksal, sondern ein gesellschaftliches Problem, das auf strukturellen Benachteiligungen von Frauen basiert.

Aus diesen und vielen, vielen anderen Gründen stehen bei uns Frauen- und Mädchenpolitik immer auf der Tagesordnung – am 8. März und an jedem anderen Tag.

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Rote Falken Oberösterreich

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