AntiFa-Seminar 2016

AntiFa-Seminar 2016

Die Roten Falken veranstalten jährlich ein antifaschistisches Bildungswochenende. Vom 30.09. - 01.10.2016 fand dieses in Losenstein und Steyr statt.

Die Roten Falken veranstalten jährlich ein antifaschistisches Bildungswochenende. Vom 30.09. - 01.10.2016 fand dieses in Losenstein und Steyr statt. 60 Jugendliche, von Innsbruck bis Wien, lernten dabei nicht nur die Stadt Steyr mit ihrer interessanten Geschichte kennen, sondern beschäftigten sich auch mit Rassismus in der Mitte der Gesellschaft und lernten, was es heißt mit Zivilcourage faschistische Tendenzen zu erkennen und dagegen vorzugehen.

“Gestern-Heute-Morgen“ - unter diesem Motto stand unser heuriges AntiFa-Seminar. In enger Kooperation mit dem Museum Arbeitswelt und dem Mauthausen Komitee Österreich wurde ein breit gefächertes Programm für Jugendliche ab 13 Jahren gestaltet. „Im Museum Arbeitswelt startete unser ereignisreicher Samstag. Ich besuchte den ‚Stollen der Erinnerung' und war verblüfft, was der Stadt Steyr im Nationalsozialismus widerfahren ist,“ erzählt uns Hannah aus Wien. Neben der Stollenbesichtigung hatte ein Teil der 60 Falken die aktuelle Ausstellung „Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ im Museum Arbeitswelt besucht. Die umfassende Ausstellung ist noch bis 18.12. zu besuchen und wie wir finden: „sehr empfehlenswert“.

Auch SPÖ-Stadtrat Dr. Michael Schodermayr ließ es sich nicht nehmen und besuchte uns Samstagmittag. Bei einem Essen unterhielt man sich auch über die Vergangenheit und dem Umgang der Stadt mit ihrer Historie. „Ich bin fasziniert mit welchem Interesse und auch mit welcher Einstellung die TeilnehmerInnen mit diesem Thema umgehen. Es ist gut zu wissen, dass es Jugendliche mit so viel Engagement gibt“, zeigte sich der Stadtrat erfreut über unseren Besuch.

Das Nachmittagsprogramm, welches ebenfalls im Museum stattfand, wurde von uns selbst organisiert. Für den Block, der das „Heute“ thematisiert, wurden drei Workshops angeboten, die sich unter anderem mit neuen, rechten Gruppierungen beschäftigte. Für den entsprechenden Workshop konnte die Aktivistin und Autorin Natascha Strobl gewonnen werden. Durch ihre Mitarbeit am Buch „Die Identitären“ arbeitete hier eine echte Expertin mit den Jugendlichen. Auch der Basisworkshop „Was ist Faschismus“ bot vor allem den jüngeren TeilnehmerInnen einen Programmpunkt, der sie niederschwellig an dieses umfangreiche Thema heranführte.

Am Abend wollten wir der Stadt noch zeigen, was die Roten Falken zu sagen haben. Mit einem „Train for Change“ zogen wir als „Zug mit Botschaft“ über den Stadtplatz hinauf zum Brucknerplatz. Wer wollte konnte auch ein Stückchen „mitfahren“ und so verteilten wir „Zugtickets“ um „die Welt zu verändern“. „Wir haben viel zu sagen und unser selbst erklärtes Ziel ist es die Welt zu einem besseren und gerechteren Ort für alle Menschen der Erde zu machen. Das vermitteln wir nicht nur in hunderten Kinderfreunde/Falken Gruppen in Österreich bei regelmäßig stattfindenden Gruppenstunden, sondern mit dieser Botschaft möchten wir alle Menschen dazu motivieren gegen Ungerechtigkeiten aufzustehen und laut zu sein gegen Faschismus und Rassismus“, erklärt Sandra Promberger, Landesvorsitzende der Roten Falken Oberösterreich.

Am Abend ging es zurück nach Losenstein, wo wir im Familienzentrum der Kinderfreunde untergebracht waren. Bei Lagerfeuer und einem antifaschistischen Liederabend wurden die Eindrücke des Tages nochmals verarbeitet.

Für das Programm am Sonntag setzten wir auf das Knowhow des Mauthausen Komitee Österreich. Mit einem Planspiel in dem es um Zivilcourage ging und einem Zivilcourage-Training wurde den TeilnehmerInnen ein Rüstzeug mit auf den Weg gegeben, mit dem sie künftig offener und aktiver durchs Leben gehen sollen. Der Workshop „Wir sind alle“ bot die Möglichkeit sich mit der eigenen Person und dem eigenen Umfeld auseinanderzusetzen und zu erkennen, wo im Leben Unrecht geschieht oder Vorurteile die Möglichkeit auf ein friedliches Miteinander nehmen. „Es ist uns wichtig, dass unser AntiFa-Seminar nicht nur einen Blick auf die faschistische Geschichte gibt, sondern eben auch dazu beiträgt, dass es Menschen gibt, die wissen, dass so etwas einfach niemals wieder passieren darf und aktuelle politische und gesellschaftliche Ereignisse zeigen uns einfach, dass unser AntiFa-Seminar immer notwendiger wird – und da sehen wir Roten Falken uns als antifaschistische Jugendorganisation in der Pflicht, dies auch fortzuführen“, meint Kevin Kolar, Landessekretär der Roten Falken Oberösterreich.

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