Kinder_lernen

Volksschulkinder zu Hause begleiten

Ruth Karner ist regelmäßig als Elternbildnerin für die Kinderfreunde aktiv. In dieser herausfordernden Zeit gibt sie nun wertvolle Tipps, wie ein Familienleben unter diesen Umständen bestmöglich funktionieren kann. Es geht um Wertschätzung, Lernen und Homeoffice.

Unsere Schulen sind zu! Damit wir zu Zeiten der Covid-19-Pandemie (auch Coronavirus genannt) auf uns selbst und unsere Mitmenschen aufpassen, sind wir überwiegend zu Hause. Das stellt Familien, Kinder und Elternteile vor große Herausforderungen. Nicht nur, dass wir mit den Ängsten und Bedrohungen dieser verrückten Phase umgehen müssen, kommen plötzlich in unser privates Zuhause völlig neue Rollenbeschreibungen und Aufgaben. Wir sind aufgefordert, zu Hause zu arbeiten und wir stehen vor der Herausforderung, unsere Kinder beim Lernen zu Hause aktiv zu begleiten, da die Schule und der Staat sich dies von uns als Beitrag zum Wohle der Schüler und Schülerinnen erwarten. 

Es ist wichtig, dass sich Elternteile und Lehrer/innen folgendes klar machen: Wir sind gefordert eine gute Balance zu halten zwischen zwei wichtigen Punkten:

1.) ZU HAUSE ist zu Hause und sollte trotzdem nicht zur Schule werden. Wir sind hier Familie und ZU HAUSE, das heißt ich bleibe Elternteil, ich bin privat und kein/e Lehrer/in! Machen wir uns die Beziehung zu unseren Kindern nicht kaputt durch tägliches, unendliches Streiten wegen der Schulsachen. Unsere Aufgabe heißt: Kinder als Eltern und Coaches begleiten. Uns für ihr Wohlbefinden als ganzer Mensch zuständig fühlen, nicht nur für die Menge an Zetteln, die sie schaffen!  

2.) Die Schule fällt weg. Kinder sind im Augenblick (in der unmittelbaren Gegenwart) und im Spiel. Sie brauchen daher tatsächlich Erwachsene, die in Zusammenhängen denken und die diese schulischen Bausteine mit ihnen gemeinsam im Alltag verankern und sie begleiten. Diese Aufgabe sollten wir Eltern aktiv übernehmen. 

„Es ist wichtig, dass wir gerade jetzt uns selbst und den Kindern erlauben nicht immer zu funktionieren“, so Ruth Karner, Elternbildnerin und selbstständige Familienberaterin.

Kinder brauchen jetzt aktive Eltern, die Orientierung geben, gerade jetzt ist ein strukturierter Tag wichtig. Ruth Karner gibt folgende wertvolle Tipps:

  • Kinder sollen gemütlich in den Tag starten: mit einem ausgewogenem Frühstück und einer kurzen Spiele-Phase
  • Fernsehen & Computerspielen in der Früh vermeiden
  • Fixen Arbeitsstart festlegen (z.B. 8.30 oder 9 Uhr) – das spart tägliche Diskussionen
  • Kind darf Eigenständigkeit nicht verlieren: für Hilfestellung in der Nähe sein, aber Kind selbstständig arbeiten lassen
  • Ein Wochenplan kann helfen konstant und stressfrei voran zu kommen
  • Pausen während der Lernzeit machen – aufstehen und bewegen
  • Nachmittag sollte frei von Schulstoff sein

Das gesamte Skript gibt es hier zum Download:

Noch mehr Infos gibt es direkt auf der Homepage von Ruth Karner

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