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Familienakademie: Kampagne #reallife

Zum internationalen Tag der Familie, dem 15.5., startet unsere Kampagne #reallife . Wir wollen die Vielfalt der Familien zeigen, wie sie sind: abseits von Instagram-tauglichen, geschönten, immer glücklichen, geschminkten, klischeehaften Bildern.

20 Tage lang werden wir euch mit Musik, Bildern und Geschichten zum Thema begleiten. Unter dem #reallife könnt ihr mitmachen, kommentieren und Fotos posten aus dem echten Leben mit Kindern.

Wieso 20 Tage lang? Weil die Familienakademie der OÖ Kinderfreunde heuer 20-jährigen Geburtstag feiert und zeigen will, was uns wichtig ist und wofür wir stehen. Wir wollen Familienbilder zeigen, wie sie auch sind: echt, nicht perfekt, nicht abwischbar, ohne Filter. #reallife eben!“

#reallife

Was Heidi Klums Fernsehshow  in den Köpfen – nicht nur von Teenagern - auslösen kann, können wir uns alle zusammenreinem. Die Vorbilder, die wir alle nicht nur über „reality“-shows, sondern täglich immer und überall auch über Instagram, Facebook und andere digitale Formate abrufen können, könnten einfältiger nicht sein: Kleidung und Make-up sitzen, alle sind ständig happy (#lovemylife)/frisch verliebt (#loveOFmylife)/erreichen irgendwelche Ziele (#lifegoal) oder sind einfach mal am #placetobe im perfekten Urlaub. Aus irgendeinem Grund gibt es dauernd wo supergesunde Smoothies (#healthyliving) oder Cafe Lattes (#latteforever) und die Chiasamen-Kokosmilch-Amaranth-Beeren-Bowl mit Avocado und irgendwelchen Sprossen (#breakfastbowl) gehört zum Standard. Nach dem #morgensport halt ein super Start in den Tag.

Wo bleiben die ungeschönten Bilder?

Wer in der Früh (damit ist nicht 09:30 Uhr gemeint!) aufgeweckt wird durch den schmerzhaft in die eigene Rippe gestreckten Kinderfuß und mit einem Kuscheltier neben dem Kopfpolster, fragt sich dann, wieso das eigene Leben eher so #cantgetnosleep oder #kinderglücknurmitnutellabrot ist. Die Frage macht sich im Kopf breit, warum bei allen anderen alles immer so einfach, schön und Insta-tauglich daherkommt.

Denn auch im Leben mit Kindern haben wir sie im Kopf, die Posting-Bilder, die uns weismachen wollen, dass alle anderen es auf die Reihe kriegen, ständig fotogen durch den Alltag zu hüpfen. Wir liken Bilder vom Kindergeburtstag, bei dem von der Einladungskarte bis zum give-away für jeden kleinen Party-Gast alles durchgeplant und perfekt, süß, schön, cool und ganz sicher nachhaltig ist. Die Urlaubsbilder der glücklichen Vater-Mutter-Kind-Familien, die Bilder der entspannten Mamas, die in einem superaufgeräumten, hell durchfluteten Wohnzimmer ihr Baby kuscheln und Kinderfotos, auf denen immer gestrahlt wird.

Wieso muss sich mein Kind bei Urlaubsantritt gleich mal im Auto übergeben? Wieso kann es nicht einmal in die Kamera lachen? Wieso klappt Vater-Mutter-Kind-Bilderbuchfamilie bei den anderen? Mit welchem Filter gehen die Augenringe weg und warum bin ich in der Mittagspause des Kleinkindes zu müde, um noch schnell ungesüßte Dinkelbällchen zu backen, die am Nachmittag in der PVC-freien Picknickdose zum Spielplatz mitgenommen werden können?

WAS MACHE ICH FALSCH?

Genau hier will unsere Kampagne „#reallife“ ansetzen. Wir wollen die Vielfalt des Familienlebens zeigen, wie sie ist. Echte (Bonus-)Papas, die beim Gute-Nacht-Geschichte-Vorlesen gleich mit dem Kind einschlafen, weil auch die letzte Nacht wieder zu kurz war und deshalb mal wieder die Paar-Zeit zu kurz kommt. Echte Mamas, die die Mittagspause des Babys brauchen, um einmal am Tag die Füße hoch zu legen und den Schokopudding von Oma selbst aufessen. Kinder sind einzigartig – sie „werden“ nicht immer so, wie wir uns das so ausgedacht hätten oder wie es auf Facebook gut aussehen würde. Sie haben vielleicht Spezialinteressen, die uns langweilen. Vielleicht wollen sie gar keine durchorganisierten Kindergeburtstage, weil sie der Menschenauflauf stresst. Vielleicht rutscht uns peinlicherweise ein „DU IDIOT“ raus, auch wenn der süße Dreijährige das Saftglas bestimmt nicht absichtlich zum zweiten Mal hinunterfallen lässt – wir dürfen Fehler machen! Vielleicht bemerken wir, dass uns das Eltern-Kind-Yoga einfach nicht so entspannt, wie die heimliche Zigarette mit der lustigen Nachbarin – und wir danach einmal mehr das aktuelle Lieblingslied der Siebenjährigen aushalten. Wir möchten vermitteln, dass Vorbilder für Kinder nicht unbedingt schön aussehen müssen, sondern Kinder Authentizität brauchen. Wie sonst sollen sie lernen, dass andere Menschen Bedürfnisse, Gefühle und Grenzen haben? Wir empfinden das als sehr erleichternd: wir müssen nicht immer nett, freundlich, toll gekleidet und super gelaunt sein. Im Gegenteil: auch wir  Eltern dürfen Fehler machen und Schwäche zeigen. 

Wir wollen Familienbilder zeigen, wie sie auch sind: echt, nicht perfekt, nicht abwischbar, ohne Filter. #reallife eben!

#ichachteaufmich #ichdarffehlermachen #jedeskindisteinzigartig #esistnormalanderszusein #ichnehmeesmithumor

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Österreichische Kinderfreunde  
Landesorganisation Oberösterreich

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