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Utoya - Willy Brandt seminar - Youth Against extremism

Die Insel erlangte am 22. Juli 2011 traurige Berühmtheit als der norwegische Extremist Anders Breivik dort am Sommerlager der Jugendorganisation AUF (ähnlich wie SJ und JG) 69 Menschen – größtenteils Jugendliche und junge Erwachsene– erschoss und viele weitere verletzte; nachdem er bereits im Regierungsviertel von Oslo einen Bombenanschlag verübt hatte.

Im Zeichen dieser Tat stand dann auch der erste Tag der Konferenz, den wir nutzten um zu gedenken aber auch, um etwas über den Umgang der AUF mit diesem Anschlag zu lernen. Diese Organisation hat es nämlich auf unbeschreiblich bestärkende und beeindruckende Weise geschafft mit einer derart erschütternden Tat umzugehen. Statt sich vom Terror unterkriegen zu lassen haben sie das Geschehene aufgearbeitet und in Zusammenarbeit mit Familien und Freunden der Opfer einen Ort geschaffen, an dem man gedenken und aber auch lernen kann. So setzen sie die wichtige Aufgabe der (politischen) Bildung und Stärkung von Jugendlichen fort, ohne die traurige Geschichte in Vergessenheit geraten zu lassen.

Der darauf folgende Samstag stand ganz im Zeichen des Themas „youth against extremism“. Gemeinsam mit den andern Teilnehmer*innen wurde in Reden, Diskussionen und Workshops thematisiert, wie sich Extremismus in unterschiedlichen Ländern darstellt und wie er sich in den letzten Jahren entwickelt hat, wie er im öffentlichen Diskurs dargestellt wird und wie wir ihm begegnen können. Auch politischer Populismus wurde besprochen, da dieser besonders in Europa momentan eine große Rolle spielt. Fazit dieser Auseinandersetzung mit dem Thema war, dass wir als Jugendorganisationen aber auch als Einzelpersonen wachsam sein sollen, auf Extremismus und Terror nicht mit „Schockstarre“ sondern mit offen gelebter (internationaler) Solidarität reagieren müssen und eine ganz wichtige Aufgabe in der Bekämpfung von Extremismus jeglicher Art haben: Bildung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Den letzten Tag der Konferenz verbrachten wir in Oslo, wo wir zuerst das Nobel Friedenscenter besuchten. Hier lernten wir viel über Alfred Nobel, den Friedensnobelpreis und sein Preisträger*innen und hatten auch die Gelegenheit, eine Ausstellung zur Situation von Geflüchteten zu besuchen. Diese befasst sich mit den oft verheerenden Situationen in Flüchtlingslagern und zeigt auf, dass es sich bei Gefüchteten um Menschen, um Familien und oft auch um Kinder handelt, die am liebsten einfach wieder nach Hause würden, dies aber nicht können.

Anschließend besuchten wir das Center des 22.Juli, das sich in dem ehemaligen Regierungsgebäude befindet, in dem der erste Teil des Anschlags von Breivik stattfand. Auch hier hatten wir nochmals die Möglichkeit zu gedenken aber konnten auch viel über den Tag des 22. Juli 2011 und über die Anschläge lernen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dieses Wochenende ein sehr emotionales aber auch lehrreiches und stärkendes war. Zwar wurden wir mit grauenhaften Taten konfrontiert, aber wir konnten auch internationale Kontakte knüpfen und uns mit Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Erde austauschen. Wir hatten die Chance zusammen ein problematisches Thema anzusprechen und gemeinsam Lösungsansätze dafür zu finden. Und wir wurden daran erinnert, wie wichtig internationale Solidarität ist, wie weit wir kommen können und wir stark wir sein können, wenn wir nur alle weiterhin zusammenstehen.

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