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ON THE MOVE - eine Selbstverständlichkeit?

"On the Move" - Recifé/ Brasilien - 13.3.2017-20.3.2017

Ein Bericht von Anna Wegscheider über das „On the Move“ Seminar zum Thema Visa

Wegfahren

verreisen

andere Länder besichtigen

internationale Seminare besuchen

neue Menschen und Kulturen kennenlernen

auf ein IFM Zeltlager fahren

einfach die Welt erleben

Eine Selbstverständlichkeit?

 

Für uns Menschen aus Österreich ist es ein leichtes, andere Länder zu bereisen. Wir nehmen unseren dunkelroten Pass mit dem goldenen Wappen und los geht es. Für ein paar wenige Staaten müssen wir ein Visa erwerben, was meistens nur eine finanzielle Angelegenheit ist. Doch dies ist keine Selbstverständlichkeit, sondern purer Luxus!

Der Großteil der Menschen auf unserem Planeten kann nicht so einfach verreisen, viele Hürden werden den Menschen in den Weg gestellt. Es werden Zäune errichtet, Mauern gebaut und Grenzen bewacht. Selbst wenn ein Mensch eine dieser Hürden überwindet, hat er kein Dokument, welches erlaubt das Land zu bereisen oder im Land zu bleiben. Um sich für einen begrenzten Zeitraum in einem Land aufhalten zu dürfen, werden meist Visa ausgestellt. Doch ein Visum zu bekommen, ist keine Selbstverständlichkeit. Menschen mit europäischer Nationalität erhalten viel leichter ein Visum als Menschen vom afrikanischen Kontinent. Ich bin eine weiße Frau mit hellem Haar und einem österreichischen Pass und habe in den letzten Jahren erfahren müssen, welche „Macht“ ich mit meinem Pass habe und dass mir die Welt sozusagen offen steht.

Wir, Roten Falken und Kinderfreunde, sind Teil des International Falcon Movement (IFM), weshalb Reisen Teil der Bewegung ist. Diese Reisen sind für die Organisationen aus Europa einfacher, als für Organisationen aus Afrika oder Südamerika und das führte in den letzten Jahren immer wieder zu Problemen. Um sich damit zu beschäftigen und mehr Durchblick zu bekommen, wurde das Projekt „ON THE MOVE“ ins Leben gerufen. Im März wurden 12 Organisationen von diesen drei genannten Kontinenten zu einem Seminar nach Brasilien gerufen. Für unsere Organisation durfte ich fahren, weil ich mich mit dem aktuellen Thema Visa in verschiedenen Formen schon sehr aktiv beschäftigt habe. Also auf über den großen Teich nach Recife…

Doch in dieser Millionenstadt soll unser Seminar nicht stattfinden. Wir fahren weiter nördlich nach Olinda, einer historischen portugiesischen Kolonialstadt. An so einem geschichtsträchtigen Ort sprechen wir nun über Reisen, über Fairness, über Grenzen und über Freiheit und Träume.  Über dieses Seminar kann ich seitenweise Geschichte erzählen. Um das ganze etwas abzukürzen, habe ich für euch, Ihr lieben Leser*innen, versucht alles Wesentliche zusammenzufassen:

-          Wir waren junge Erwachsene aus Brasilien, Peru, Mali, Ghana, Kamerun, Vereintes Königreich, Deutschland, Spanien und Österreich.

-          Die brasilianische Organisation Mirim Brasil kümmert sich großartig um uns.

-          Unsere Arbeitssprachen waren Englisch und Spanisch.

-          Das Thema von 7 Arbeitstagen war  Visum.

-          Wir tauschen unsere Erfahrungen zum Thema Visum aus und verstehen schnell, die Welt ist ungerecht!

-          Wir verstehen, dass es große Zusammenhänge zwischen Nationen, Grenzen, Kapitalismus und Migration gibt.

-          Wir diskutieren viel und manchmal fühl ich mich hilflos gegenüber dieser  Ungerechtigkeit.

-          Aber wir lachen viel. Wir muntern uns auf, denn wir sind eine Gruppe von jungen Menschen, welche für das gleiche Ziel aufstehen.

-          Wir besuchen ein beeindruckendes Mitglied im Stadtsenat von Recife. Danke Ivan Moraes.

-          Recife ist die drittgrößte Stadt von Brasilien und hat mit dem Ballungsraum knappe vier Millionen Einwohner*innen.

-          Wir teilen unsere Erfahrungen von unseren Ländern, von den politischen Situationen in welchen wir groß wurden und sprechen über die jeweiligen aktuellen Probleme.

-          Die Europäische Union ist ein großes Thema, vor allem in Bezug auf Schengen Visa.

-          Emmanuel aus Ghana berichtet, dass letzten Sommer zum IFM Camp nur zwei von vierzehn Teilnehmer*innen ein Schengen Visum erhalten haben. Somit musste der Großteil der Gruppe zuhause bleiben. Das darf nicht noch einmal passieren!

-          DAS ZIEL: Eine Website über VISA! Für junge Menschen, welche sich für das Thema interessieren und für Menschen, welche ein Visum brauchen. Um Ängste zu nehmen, um Geheimnisse zu lüften und um Erfahrungen zu teilen. Und um uns gegenseitig zu helfen!

-          Das Essen… oh, ihrLeser*innen! So lecker!

-          Ich habe viele neue Spiele kennen gelernt.

-          Und dann war dort auch noch MEER!

 

Und das war es auch schon, was ich euch erzählen wollte. Nur eines möchte ich euch noch mit auf den Weg geben…

„Das Schönste am Reisen ist, dass du nie so zurückkommst, wie du gegangen bist.“

Einst las ich diesen wunderschönen Satz über das Reisen. Ich schloss ihn in mein Herz und trage ihn mit mir. Umso mehr ich die Welt und die Weltbürger*innen kennenlerne, desto mehr frage ich mich, was passiert, wenn ein Mensch niemals die Chance hat losgegangen zu sein. In unserer Welt ist es nur für einen kleinen Teil der Menschen eine Selbstverständlichkeit einfach losgehen zu können.

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