Nicht Genügend für Schulpaket

Während sich in anderen Ländern neue Systeme bewähren, setzt Österreich wieder einmal auf den Rückwärtsgang. Leider auf Kosten der Kinder. Dass Kinder unter zehn Jahren nun in der leistungsorientierten Welt angekommen sind, wissen sie nun bereits in der Volksschule – so können sie sich doch „endlich“ (wieder) mit den Schulfreundinnen und -freunden vergleichen.

Kommen die Kinder mit dem Lerntempo nicht mit, werden ihre individuellen Fähigkeiten nicht erkannt – Pech gehabt, sitzen bleiben! Raus aus dem gewohnten Umfeld und rein in die Versagensängste. Diese Erfahrung ist für Kinder schrecklich, sie nutzt keinem. Langfristig wirkt es sich sogar negativ auf die gesamte Schullaufbahn aus. Haben die Kinder die Volksschulzeit unbeschadet überstanden, lauert der nächste Leistungsvergleich in der Unterstufe: die Leistungsgruppen.

 

Von der Politik wird es uns so verkauft, dass „die Eltern endlich wieder das Gefühl bekommen, dass ihre Kinder in leistungshomogenen Gruppen gefördert werden“. Dass es im Grunde nur um soziale Aufteilung geht, dass soziale Trennwände gezogen werden, das erkennen die wenigsten. Nehmt doch endlich den Druck raus – weg von den Eltern, weg von den PädagogInnen und auf jeden Fall weg von den Kindern!

 

Und wenn nun wieder mit Noten gearbeitet wird, dann teilen auch wir welche aus: In diesem Fall bedeutet es eine glatte fünf minus für dieses druckausübende, Ängste schürendes und sozialtrennendes Schulpaket.

 

Roland Schwandner

Landesvorsitzender der Kinderfreunde OÖ

 

PS: Wann wird es soweit, dass sich Schule an den Kindern und nicht an den Lehrern orientiert?!

Druckansicht