„Nicht Genügend“ für Familienbonus

Die schwarz-blaue Hochglanz-Regierung will angeblich den „Schulden-Rucksack“ unserer Kinder und Enkel verkleinern. Kürzungen im Sozialbereich werden damit gerechtfertigt. Der „Familienbonus“ wird uns 1,5 Mrd. Euro pro Jahr kosten, - und so wie bei allen Ankündigungen sind die wesentlichen Details ausständig.

Wir als Kinderfreunde begrüßen natürlich die Unterstützung von Familien, aber es muss festgehalten werden: diese 1,5 Mrd. Euro tragen wenig dazu bei, Kindern einen chancengerechten Start ins Leben zu ermöglichen.

312.000 von Armut betroffene Kinder

Die rechts-konservative Regierung lässt die Steuermittel auf Menschen mit mittlerem Einkommen regnen. Wer bereits wenig hat, bekommt nichts. Pech gehabt. Laut Eurostat sind 20 Prozent der unter 18-Jährigen von Armut betroffen oder bedroht, das sind 312.000 Kinder und Jugendliche. Diese haben einen schlechten Start, sie müssen mit gesundheitlichen, sozialen und Nachteilen in ihrer Bildungsbiografie leben.

Chancen fördern: Qualität in Kinderbetreuung steigern

Die Regierung setzt kaum Maßnahmen, diese Kinder zu unterstützen. Dazu würde zum Beispiel der qualitative Ausbau von Kinderbetreuung gehören. Mehr und noch besser qualifiziertes Personal, kleinere Gruppen, der kostenloser Zugang schon ab der Krabbelstube: hier wären Steuermittel dringend nötig, hier ist einer der Dreh- und Angelpunkte, um Kindern einen chancengerechten Start ins Leben zu ermöglichen.

OÖ: Regierung geht in falsche Richtung
Wir in Oberösterreich wissen aber leider allzu genau, dass den Machthabern in ÖVP und FPÖ die gleichen Chancen von Kindern und Eltern – egal wie viel sie verdienen und wo sie wohnen – nicht besonders wichtig sind. Schließlich stehen wir vor der Einführung einer Gebühr für die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten. Einer Gebühr, die Arbeitsplätze kostet, Familienstress vermehrt, Arbeitsmöglichkeiten von Eltern und Entwicklungschancen von Kindern vermindern wird.
Wir Kinderfreunde in Oberösterreich setzen uns für Kinder aller Einkommensschichten ein. Für den unausgegorenen Familienbonus erteilen wir – denn die Regierung legt ja besonderen Wert auf Ziffernnoten – ein glattes „Nicht genügend“.
Roland Schwandner, Landesvorsitzender Kinderfreunde OÖ

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