MehrFamilienzeit

Kinderfreunde OÖ präsentieren Kinderbefragung und neue Kampagne

Die Kinderfreunde OÖ präsentierten heute in Linz die Ergebnisse einer Kinderbefragung zu den Wünschen und Erwartungen der Kinder an ihre Freizeit. Eine Erkenntnis: Ein großer Teil der befragten Kinder wünscht sich mehr Zeit mit der Familie. „Das zeigt, dass es beim Thema Familienzeit dringenden Handlungsbedarf gibt“, sagt Roland Schwandner, Landesvorsitzender der Kinderfreunde OÖ. Um Erwachsene zu sensibilisieren, wurde heute eine von der Werbeagentur Reichl und Partner entwickelte Kampagne unter dem Titel #MehrFamilienzeit präsentiert. Plakate, Folder, Gewinnspiele und eigene Social-Media-Aktivitäten gehören dazu. Eine der Botschaften: Verbringen wir Zeit mit unseren Kindern, bevor sie ihre Zeit lieber allein verbringen.

Die Befragungsergebnisse machen deutlich: „Familien brauchen gesellschaftliche Entlastung“, so Roland Schwandner von den Kinderfreunden. Kinder wünschen sich mehr Zeit mit Familie und Freundinnen und Freunden: der Druck, der auf Kindern wie Eltern lastet ist aber enorm. Besonders den 12-Stunden-Tag sieht Roland Schwandner als erhebliche Bedrohung für die Familien. Die Kinderfreunde sehen sich als Anwälte der Kinder, deshalb sei es gerade „in Zeiten dieser neoliberalen Regierung höchst an der Zeit, noch klarer Position für die Familien und deren Leben zu beziehen“ so Schwandner.

Hälfte der Kinder wünscht sich mehr Zeit mit Freunden

Die Kinderbefragung zeigt klar, dass neben der Familie auch die Freundinnen und Freunde einen hohen Stellenwert für die Kinder haben. Jede/r Zweite wünscht sich mehr Zeit mit ihnen. Hier sind Eltern, Gesellschaft und Schule gefordert, dies den Heranwachsenden auch zu ermöglichen. „Aufgrund der Hausübungen und vielen Freizeitterminen, die für die Kinder auch oft als Verpflichtung wahrgenommen werden, bleibt die Zeit für Familie und Freunde auf der Strecke“, warnt Angelika Palzer-Reindl, Projektleiterin und Studienautorin. Es sind oft die kleinen Dinge im Alltag, die Familien zusammenschweißen und glücklich machen. Oft reicht ein gemeinsames Essen am Abend: 91 % der befragten Kinder gab an, dass gemeinsames Essen die beliebteste Familien-Aktivität ist.

 

Was sich negativ auf gemeinsame Familienzeit auswirkt, da war sich der überwiegende Teil der befragten Kinder einig: Streit, schwierige Kommunikation und fehlende Aufmerksamkeit. „Es sollte uns allen bewusst werden, dass die schnelllebige Leistungsgesellschaft einen hohen Druck auf uns alle ausübt. Alltagsstress führt zu schlechter Laune, das bedingt Streit und es bleibt wenig Zeit für wirklich Wichtiges. Tipp: Einen Gang zurückschalten und Zeit bewusster verbringen. Es ist gewiss leichter gesagt als getan, aber einfach einmal versuchen!“ sagt Palzer-Reindl.

 Familien zeigen, was sie gerne tun

Die Kinderfreunde OÖ möchten mit ihrer Kampagne auch herausfinden, wie Familien ihre ganz persönliche Zeit gut miteinander verbringen. AufInstagram und Facebook rufen sie unter dem Hashtag #MehrFamilienzeit auf, Fotos zu posten und zu erzählen, wie gemeinsame Stunden am liebsten gestaltet werden. „So können Familien sich gegenseitig neue Ideen und Unterstützung geben“, hofft Roland Schwandner, selbst zweifacher Vater.

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