Tag der Elementarbildung, Foto

Elementarbildung ist das Erste!

Linz, 22. Jänner 2019. Am 24.1. wird österreichweit auf den Tag der Elementarbildung hingewiesen. Im vergangenen Jahr hat der ÖDKH, Österreichischer Berufsverband der Kindergarten- und HortpädagogInnen den "Tag der Elementarbildung" eingeführt. Die Familienzentren der OÖ Kinderfreunde nutzen diesen Tag, um bessere Rahmenbedingungen zu fordern und ihren MitarbeiterInnen Danke zu sagen.

Der private Träger ist Arbeitgeber von rund 460 MitarbeiterInnen und betreut täglich insgesamt 3.489 Kinder in 149 Gruppen. Die Familienzentren der OÖ Kinderfreunde führen oberösterreichweit 18 Krabbelstuben- und fünf Kindergarten-Einrichtungen in 24 Gemeinden. „Wir wissen genau, wo Verbesserungen notwendig sind. Wir erleben es selbst, dass es immer schwieriger wird, Fachkräfte im Kinderbetreuungsbereich zu finden“, sagt Simone Diensthuber, Geschäftsführerin der Betriebe und Dienstleistungen der Kinderfreunde Oberösterreich.

Herausforderungen in der Elementarbildung

Fachkräftemangel, Einsparungen im Bildungsbereich, eine fehlende bundesweite Gesetzgebung und Zuständigkeiten, die über Bund, Länder und Gemeinden verteilt sind – die Herausforderungen im Bereich der Elementarbildung sind alarmierend! Es gibt zahlreiche Punkte, die das Berufsfeld für PädagogInnen verbessern und somit wieder attraktiver machen würde. „In diesem Bereich zu sparen, ist unverantwortlich und wirkt sich langfristig auf die gesamte Gesellschaft aus“, warnt Diensthuber.

Forderungen für bessere Rahmenbedingungen in der Elementarbildung

Jedes Kind, jede Familie, jede Fachkraft hat sich die besten Rahmenbedingungen verdient. Es braucht eine Anhebung der Ausbildung auf tertiärer Ebene und ein einheitliches Bundesrahmengesetz. „Jedes Kind – egal in welchem Bundesland es wohnt – hat sich verdient, dass die Fachkraft nach den gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen arbeiten kann“, sagt Simone Diensthuber. Neben einem niedrigeren Betreuungsschlüssel braucht es ein höheres Stundenkontingent für die Vorbereitung. „Wir fordern seit Jahrzehnten, eine Reduktion der Gruppengröße auf max. 18 im Kindergarten und auf max. 8 in der Krabbelstube, bei jeweils gleichbleibendem Personaleinsatz. Bestätigt werden wir von wissenschaftlichen Erkenntnissen. So können die individuellen Bedürfnisse präziser erkannt werden. Mit mehr Vorbereitungszeit können die Fachkräfte besser auf die Kinder eingehen“, sagt Simone Diensthuber. Weitere Forderungen sind die Abschaffung der Kindergarten-Gebühren sowie eine Veränderung der Förderlogik und Erhöhung der finanziellen Mittel für Einrichtungen. „In einem Land wie Österreich kann Elementar-bildung über Steuern finanziert werden und mit den besten Rahmenbedingungen ausgestattet sein: bestes Personal, ausreichende Öffnungszeiten, gute Förderung der Kinder. Die Situation im Kinderbetreuungsbereich darf allgemein nicht noch prekärer werden“, so Simone Diensthuber.

Elementarbildung ist wichtig für Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Auch für die SPÖ Oberösterreich ist klar: Es muss für jedes Kind einen Betreuungsplatz geben, wenn die Eltern es wünschen. „Nur so ist es möglich, echte Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen im Berufsleben sowie gleiche Chancen für alle Kinder herzustellen. Wir fordern einen Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen für Kinder unter drei Jahren, sowie einen Rechtsanspruch auf einen Kindergarten-Platz. Oberösterreich ist mit Abstand Schlusslicht beim Betreuungsangebot für die Kleinsten – bundesweit liegt der Schnitt bei 15,2 Prozent, also beinahe viermal so hoch!“, sagt Birgit Gerstorfer, Vorsitzende der SPÖ Oberösterreich. In keinem anderen Bundesland sind Familie und Beruf so schwer zu vereinbaren, wie in Oberösterreich: In vier von zehn Gemeinden lässt sich laut Elternbefragung der Arbeiterkammer OÖ die Kinderbetreuung schlecht organisieren. Sechs von zehn Familien brauchen zusätzlich zur institutionellen Kinderbetreuung die Unterstützung von Verwandten an zumindest einem Tag der Woche, weil die Öffnungszeiten nicht passen.

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