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Kinderfreunde helfen Flüchtlingen

Freizeit- und Bildungsangebote für AsylwerberInnen und Flüchtlinge in OÖ

Die Initiative „connect“ wurde erstmals von der Kinderfreunde Bundesorganisation ins Leben gerufen und bietet für AsylwerberInnen und minderjährige Flüchtlinge in Traiskirchen und mittlerweile neun anderen Standorten in ganz Österreich Freizeit- und Bildungsangebote. Hier knüpfen die Kinderfreunde OÖ an. Sie greifen auf ein Netzwerk von über 200 Gruppen, Einrichtungen und Standorten dezentral in oberösterreichischen Gemeinden zurück. Viele dieser haupt- und ehrenamtlich aktiven KinderfreundInnen wollen etwas tun. Unter dem Dach von „connect.ooe“ beginnen sie, sich zu engagieren. Sie erkundigen sich, wo im Ort Flüchtlinge wohnen, sie besuchen diese, finden mehr über deren Bedürfnisse heraus, sie checken Dinge und bieten vor allem sinnvolle Freizeit- und Bildungsangebote an, die Freude bereiten.

Mit einer breiten Sammlung an Ideen unterstützen die Kinderfreude OÖ diese Initiativen. Alle Infos gibt es unter . Du bist bereits aktiv und möchtest davon berichten? Dann bitte schreib uns bitte ebenfalls an diese e-mail Adresse!

Im Fokus stehen gemeinsame Freizeit- und Bildungsangebote für Flüchtlinge zu schaffen. Gemeinsam wollen wir unseren Flüchtlingen ein Stück Perspektive und Abwechslung anbieten.

Hier gibt es einige Ideen zum Durchstöbern:

Mittwoch ist Flüchtlingshilfe-Sammeltag

Für Flüchlinge der Notunterkunft in der Schubertstraße in Linz sammeln die KF OÖ Mitarbeiter/innen, die in der Wiener Straße arbeiten, jeden Mittwoch Obst, Gemüse, Toilettartikel und vieles mehr. Manchmal ist auch ein selbst gebackener Kuchen dabei.

Grenzenlose Hilfsbereitschaft

Grünau/Scharnstein: Über Facebook startete Martina Mayrhofer, Kinderfreunde-Mitglied und Ortsgruppen-Schriftführerin aus Scharnstein, einen Spendenaufruf. Es ging darum, Flüchtlinge an den Grenzübergängen mit Kleidung, Essen, Medikamenten und Zelten zu versorgen. Auch die Kinderfreunde-Geschäftsführerin Sabine Götzendorfer aus dem Salzkammergut beteiligte sich, sie war mehrere Male  an der Grenze dabei. „Wo bereits Hilfe stattfand sind wir weitergefahren, wir haben uns gezielt an jene Menschen gewandt, die noch komplett unversorgt waren“. Und von denen gab und gibt es viele. So half man in  Heiligenkreuz, Nickelsdorf, Bruck/Leitha, Spielfeld, Radkersburg, Györ, Hegyshalom, Röszke (Ungarn), Bregana und Harmica (Kroatien).

Das Team aus dem Salzkammergut beschränkte sich aber nicht aufs Sachspendenverteilen. Man trat die Heimreise immer mit Flüchtlingen als Gästen an. „Wir haben ihnen zwei bis drei Tage Erholung von der Flucht geschenkt“, so Sabine Götzendorfer, die eine Wohnung zur Verfügung stellte. Eine der Familien ist sogar geblieben, ein Ehepaar und drei Kinder haben die Einladung von Herbert und Martina Mayrhofer angenommen, sie bleiben in Scharnstein und versuchen hier heimisch zu werden, ein neues Leben aufzubauen. Mit der tatkräftigen Hilfe vor Ort wird ihnen das sicher bald gelingen. Und die Einladung in den Offenen Treff ins Eltern-Kind-Zentrum steht bereits.

Bei Gruppenstunden mit dabei

Lenzing: „Die älteren Kinder sind ganz heiß darauf, die Flüchtlingskinder kennenzulernen. Sie haben sich schon länger mit der Fluchtthematik beschäftigt, sie wollen wissen, woher die Asylwerber kommen, was sie erlebt haben“, erzählt Kerstin Zoister von der Ortsgruppe in Lenzing. Bei den regelmäßig stattfindenden Gruppenstunden wurden die Kinder aus Syrien und Afghanistan aktiv eingeladen. „Weil wir diesen Herbst neu in die Gruppenstundensaison gestartet sind und es keine bestehende fixe Gruppe gab war es noch einfacher, die Flüchtlingskinder zu integrieren.“ Die Mädchen und Burschen zwischen 8 und 14 Jahren, die schon ganz gut Deutsch gelernt haben, waren bei den ersten Treffen bereits mit großem Eifer mit dabei.

Anfangs kamen auch einige der Eltern, um sich ein Bild zu machen. „Ich finde das total wichtig, dass wir da gegenseitiges Vertrauen aufbauen. Menschen, die geflüchtet sind haben Schlimmes erlebt. Wir versuchen ein Stück Normalität und Vertrautheit zu ermöglichen“, so Kerstin Zoister. Deshalb sei auch geplant, Flüchtlingskinder vor den Heimstunden von zu Hause abzuholen, so lange bis genug Sicherheit da ist, dass sie ganz von alleine kommen. Und auch der Spielbus wird Station vor der Unterkunft der Flüchtlinge machen, einerseits um Spiel und Spaß zu bieten, aber auch um ein besseres Kennenlernen von Flüchtlingen und Einheimischen zu ermöglichen.

Fahrräder ermöglichen Mobilität

Linz: Ein langjähriger Kinderfreund der immer da ist, wenn er gebraucht wird ist Thomas Brandl. Beim Europacamp am Attersee lernten er und seine Frau Sabine Mitarbeiter der Volkshilfe kennen, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gallspach betreuen. Was man denn so brauche, damit das Leben der jungen Männer dort ein Stückchen einfacher werden könnte, war „Brandis“ Frage. Fahrräder wären toll, denn einerseits würden die Asylwerber dadurch mobiler, und die körperliche Bewegung täte ihnen gut. Das ließen sich Tom und Sabine nicht zweimal sagen, kurzerhand wurden im Freundes- und Bekanntenkreis Räder aufgetrieben, die Tom dann in mehreren Etappen zu den jungen Leuten brachte. Aber auch neben der Arbeit lange Schichten im Postverteilerzentrum zu absolvieren ist für den „Voest-Hackler“ - wie er sich selbst bezeichnet - selbstverständlich. Mit Sabine - die ein Kinderfreunde-Eltern-Kind-Zentrum in Linz leitet - und deren Kollegin Michaela Hell wurden viele Stunden lang Spenden sortiert, Essen ausgegeben und mit Kindern gespielt.

Sachspenden sammeln

Linz: Eine der ersten, die es nicht mehr aushielt und helfen musste, war unsere Lehrgangsorganisatorin Barbara Haas-Trinkl. Sie machte sich gemeinsam mit ihren Kindern auf, den Flüchtlingen, die in Schulen in Linz untergebracht waren, Obst zu bringen. Ihr Bericht und der Aufruf, es ihr nach zu tun, machte Schule. Auch Monir Forster, verantwortlich für die Kinderbetreuungseinrichtungen der Linzer Kinderfreunde brachte Kuchen, Obst und Hygieneartikel. Mittlerweile hat sie quasi eine Patenschaft für eine syrische Familie übernommen, die in Leonding wohnt. Sie hilft beim Ausfüllen von amtlichen Schreiben, beim Einkauf von Schulartikeln und vielem mehr. Und immer wieder wird gemeinsam gegessen, manchmal auch gemeinsam gekocht.

Pasching: Für 50 Flüchtlinge, die in ein Containerdorf in Pasching zogen, sammelte das Eltern-Kind-Zentrum Sachspenden. „Wir wollen unser Mitgefühl zeigen, in dem wir deren derzeitige Situation und die tragischen Erlebnisse gemeinsam erträglicher machen!“, so EKiZ-Leiterin und Ortsgruppenvorsitzende Doris Novakovits. Gesammelt wurden alle möglichen Dinge des täglichen Bedarfs.

Leonding: Die Kinderfreunde Leonding sammelten im Rahmen ihrer Heimstunden Sachspenden für eine Hilfsfahrt an die Grenze.

Wels: Für die Flüchtlinge, die in Wels auf der Durchreise untergebracht wurden, organisierten die Welser Kinderfreunde Decken und Medikamente, unter anderem durch den Verkauf von selbstgebastelten Handyanhängern.

Gründberg: Auch die Kinderfreunde Gründberg sammeln regelmäßig für die Flüchtlinge, die im Postverteilzentrum in Linz untergebracht sind. Anhand einer genauen, detaillierten Liste können sich die Leute ein Bild machen, was benötigt wird, Alexandra Mayrhofer nimmt die Spenden an, sortiert sie und bringt sie nach Linz.

Riedau: Zwei Frauen hatten sich im Kinderfreunde-Eltern-Kind-Zentrum Riedau bei einer Spielgruppe kennengelernt. Als Berni R.-Scheuringer und Katrin Hörmanseder von der Not der Flüchtlinge erfuhren, ergriffen sie die Initiative und riefen „Kiddy Baby Help Innviertel“ ins Leben. Im ganzen Innviertel mobilisieren die Initiatorinnen die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, in kürzester Zeit wurden Hilfsgüter ins EKiZ Riedau geschafft, von freiwilligen Helfern und Helferinnen sortiert und im Anschluss daran mit privaten PKWs an die hilfsbedürftigen Familien verteilt. Das Team des Eltern-Kind-Zentrums unterstützte das Projekt tatkräftig. 

Gemeinsam spielen

Walding und Zwettl/Rodl: Offensiv auf Flüchtlinge zugehen. Sowohl das Eltern-Kind-Zentrum in Walding wie auch das in Zwettl/Rodl tun das schon seit längerem. Besonders die Spielgruppen, zu denen sich Eltern mit ihren Kindern über mehrere Wochen regelmäßig treffen, bieten einen optimalen Rahmen für den Aufbau von Beziehungen und zum Kennenlernen. Bei der Finanzierung der Spielgruppenplätze springt immer wieder der Spendenverein „Chancengerechtigkeit“ der Mühlviertler Kinderfreunde ein.

Zeit verbringen

Gramastetten: Hier leben schon seit einem Jahr im Kinderfreundehaus Flüchtlinge, die von der Volkshilfe betreut werden. Im Erdgeschoss trifft sich die Kinderfreunde-Ortsgruppe und organsiert Ausflüge, Feste und vieles mehr. Ganz selbstverständlich werden zu diesen Aktivitäten die Gäste, die die oberen Stockwerke bewohnen, eingeladen. Man versucht, einander besser kennenzulernen, man unterhält sich, feiert Feste und bei Bedarf werden unter der Leitung von Andrea Pawlicek Spenden gesammelt.

Wissen, was Flucht bedeutet

St. Georgen/Gusen: „Weißt du, wir springen ein, wenn wir gebraucht werden. Aber wir wollen uns nicht in die  Öffentlichkeit drängen“, erklärt Wolfgang Hoffmann, Ortsgruppen-Vorsitzender aus St. Georgen/Gusen. Auch dort leben seit kurzem mehrere Flüchtlinge mit schulpflichtigen Kindern. Viele Spenden kommen aus der Bevölkerung, aber wenn es einen akuten Bedarf gibt, zum Beispiel an Schulutensilien, dann springt die Kinderfreunde-Ortsgruppe in die Bresche. Natürlich wird man die Kinder in die Heimstunden einladen, derzeit seien die in ihrer Freizeit so mit Deutschlernen und dem Hineinfinden in den Alltag beschäftigt, dass man damit noch ein wenig warte, so Wolfgang. Mit Azra Cocalic, die während der Jugoslawienkrise nach Österreich gekommen ist und somit weiß, was Flucht bedeutet, hat er in den Heimstunden eine kompetente Mitarbeiterin zur Seite.

Eine Herausforderung, die angenommen wird

Luftenberg: Erst seit kurzem bewohnen mehr als 50 Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan ein Haus im Ortsteil Abwinden. Alle neun Kinder besuchen mittlerweile die Gruppenstunden der Ortsgruppe. Sieben sind bei der Freundschaftskindergruppe von Karoline Buchberger mit dabei, zwei besuchen die Falkengruppe. Damit die Kids auch wirklich dort sein können, werden sie von Karo und Daniel Burgstaller abgeholt und danach wieder zu ihrer Unterkunft zurückgebracht. Das ganze findet 14-tägig statt, denn in der jeweils anderen Woche gibt es die Minis Gruppenstunden.

Es sei „eine echte Herausforderung“, so Karo Buchberger, die als ausgebildete Volksschul- und Sonderschulpädagogin und routinierte Gruppenstundenleiterin über breites Fachwissen und viel Erfahrung verfügt. „Bei sieben Kindern, die noch nicht Deutsch können, müssen halt Spiele und Aktivitäten gefunden werden, bei denen die Sprache nicht so wichtig ist“.

Ob da die Stammfreundschaftskinder nicht untergehen? Nein, denn „die Flüchtlingskinder gehen schon zur Schule und man kennt sich. Die Kinder passen aufeinander auf und beginnende Freundschaften verstärken sich“, freut sich die 30-Jährige, deren Mutter, wie Tante sich mit voller Kraft für die Flüchtlinge ehrenamtlich engagieren. Ob beim Machen der Hausübung, bei Arztbesuchen, bei Anschaffungen: die Unterstützung auf breiter Basis funktioniert, besonders durch das Engagement vieler Kinderfreunde aus dem Ort. Besonders auch die ehemalige Volksschullehrerin und Kinderfreunde-Vorstandsmitglied Martina Leimhofer unterstützt unter anderem durch Deutschkurse. Karo, die als Sonderschullehrerin in Perg unterrichtet, weiß, dass man sich in einer Phase des Aufbaus, des Ausprobierens befindet, sie ist optimistisch, dass die mittel- bis langfristige Integration funktioniert.

Neue Freunde

Mauthausen: Sich einfach kennenlernen, miteinander essen, Tee trinken, spielen, lachen, kochen, deutsch reden: das machen drei Junge Leute aus der Kinderfreunde-Falkenfamilie aus Mauthausen. Niki Köppl, Kevin Kolar und Julia Schröttner treffen sich regelmäßig mit einer Gruppe von Flüchtlingen im Alter zwischen 22 und 32 Jahren. Sie wohnen in Mauthausen, und die Treffen zählen für die jungen Leute die aus dem Irak kommen, zu den absoluten Highlights. „Zwei bis dreimal pro Woche schauen wir bei unseren neuen Freunden vorbei, wir sind hier ihre Familie“, erzählt Julia Schröttner. Es sei unglaublich schön, „wie sehr sie sich freuen, wenn wir einfach nur zusammen sind, wenn wir lachen und reden“. Ein Highlight war der Besuch der großen Demo und dem Konzert „Voices for refugees“, bei dem zwei ihrer neuen Freunde mit von der Partie waren. Aber auch bei einer Grillerei in St. Georgen, wo viele ihrer alten und der neuen Freundinnen und Freunde mit dabei waren, sei toll gewesen, so Julia. Die Sozialpädagogikstudentin kann es sich mittlerweile gar nicht mehr ohne die Menschen, die in Mauthausen Zuflucht vor Krieg und Verfolgung gefunden haben, vorstellen.

Einbinden, beteiligen

St. Peter am Wimberg: Um 20 Flüchtlinge, die hier seit kurzem wohnen, kümmert sich ein engagiertes Team von rund 26 Leuten. Sie haben sich die Aufgaben gut aufgeteilt, es gibt jeweils eine Gruppe für „Sprache“, „Kultur“, „Infrastruktur & Leben“, und einige mehr. Fürs Einbinden der Asylwerber in die Freizeitgestaltung im Ort engagiert sich unter anderem die Kinderfreunde-Ortsgruppenvorsitzende Sabine Schwandner. Zum jährlich stattfindenden „Kinderfest“ am Beginn des Schuljahres hat man die neuen Nachbarn selbstverständlich eingeladen. Von der Begrüßungs- und Kennenlernphase kommt man mittlerweile in eine Phase der aktiven Beteiligung. „Wie versuchen herauszufinden was die Leute interessiert, zum Beispiel ob und welchen Sport sie früher gemacht haben. Dann schlagen wir bestehende Aktivitäten im Ort vor. Wir inszenieren aber nicht eigens etwas, sondern binden die Flüchtlinge ein, sie entscheiden, wo sie mitmachen wollen“, so Sabine Schwandner. Selbstverständlich werden die Flüchtlingskinder zu den Aktivitäten der Ortsgruppe eingeladen, „Kinder kochen“ steht unter anderem auf dem Programm. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Kinder aus Syrien da eine ganz neue kulinarische Geschmacksnote einbringen.

Bahnhofsheld/in

Linz: „Wir kamen gerade von der „Demo gegen Rechts“, als wir von den unversorgten Flüchtlingen erfuhren, die im Zug auf dem Weg nach Linz waren. Sofort machten wir uns auf den Weg, wir kauften Wasser und Lebensmittel und trafen uns mit vollen Autos beim Bahnhof“, erinnert sich Niki Köppl an die Anfänge der großen Hilfsaktion am Linzer Bahnhof. Schnell war allen Beteiligten klar, dass diese Hilfe über einen längeren Zeitraum benötigt werden würde. Zwei Wochen lang war die Mühlviertler Regionsfalkin fast ununterbrochen in der kurzerhand in ein Lager umfunktionierten „Drehscheibe“. Gemeinsam mit Sandra Promberger, Mani Schwarzl und vielen anderen aus der Falkenfamilie wurden eine kluge Lagerorganisation und Logistik aufgebaut. Niki, die in ihrem Brotberuf als Schulassistentin arbeitet, übernahm Verantwortung für das Einteilen der freiwilligen HelferInnen, hatte den Überblick und behielt die Nerven.

Nach außen hin getragen vom „Bündnis Linz gegen Rechts“ beteiligten sich viele Vereine, wie die Alevitische Kulturgemeinde und die Sozialistische Jugend. Und doch waren es besonders auch die Roten Falken, die am Bahnsteig die Stellung hielten. Mit Beginn des neuen Schuljahrs konnte diese ehrenamtliche Hilfe nicht mehr aufrecht erhalten werden, die Caritas übernahm nach zwei Wochen das gut sortierte Lager und die ausgeklügelte Struktur. Sie habe „in diesen zwei Wochen gelernt, sich Autorität zu verschaffen, Führung zu übernehmen“, so Niki Köpl, die sich seit 10 Jahren bei den Roten Falken engagiert. Die 32-Jährige will sich zukünftig auf Ebene der Kinderfreunde Mühlviertel für „connect“ einsetzen. Schließlich hat sie genügend Kontakte und viel Erfahrung, die sie einbringen will.

Mani Schwarzl, ihr Wegbegleiter vom Bahnhof ist nur ein Haus weitergegangen, so oft er kann hilft er im Postverteilerzentrum, das als kurze Zwischenstation für durchreisende Flüchtlinge fungiert. Dort koordiniert der 20-jährige gemeinsam mit sechs anderen Helfern den Einsatz der DolmetscherInnen. Und das obwohl er seit Anfang Oktober einen neuen Job in einem Jugendcafé im Kandlheim hat. Ihm ist es einfach ein Anliegen, Menschen zu helfen. Mani kennt die große Dankbarkeit der Menschen, er liebt die Offenheit und Herzlichkeit der Kinder, die „endlich wieder lachen können und es ist schön, das zu erleben.

Zusammenrücken

Riedau: Seit August bewohnen den ersten Stock des Kinderfreunde-Hauses „Riki“ eine irakische Mutter mit ihren vier Kindern im Alter von 7 bis 15 Jahren. Initiiert und getrieben wurde das vom „Verein für Kinder und Jugendliche in Riedau und Umgebung“, dessen Obmann Werner Zabl und Kassier Franz Schabetsberger.

Am Anfang stand natürlich das Organisieren von Unterkunft, Kleidung und Schulbesuch. Der Deutschunterricht ist mittlerweile genauso selbstverständlich, wie das Fußballspielen. Natürlich werden die Kinder auch bei den Aktivitäten der Ortsgruppe und bei passenden Veranstaltungen im Eltern-Kind-Zentrum eingebunden.

„Die Traumatisierung aller Familienmitglieder ist schon spürbar, ich bin einfach speziell auch für die Frau da, wenn sie mich braucht“, so Eltern-Kind-Zentrumsleiterin Jutta Pöchersdorfer-Stöger. Insgesamt bleibt für das ehrenamtliche Team der Ortsgruppe und der Beteiligten aus dem Eltern-Kind-Zentrum genug zu tun. Mit „genialer Hilfsbereitschaft“ sei das aber gut zu leisten, freut sich die EKiZ-Leiterin.

Tragetücher für flüchtende Eltern

Die eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten nutzen, um Menschen auf der Flucht zu helfen ist Ziel von Kristina Strauß-Botka, Sekretärin der Roten Falken OÖ. Bei ihrem Hilfseinsatz am Linzer Bahnhof hatte sie gesehen, wie schwer Flüchtlingen das Tragen von Babys und Kleinkindern fiel. Der Spendenaufruf für ein „Mütter-Kind-Zelt“ an der bosnisch-serbischen Grenze brachte sie auf die Idee, Tragetücher für Eltern zu nähen. Die Anleitung gab es von Sabine Götzendorfer aus dem Salzkammergut, mit den aktiven Frauen der Nähküche Linz, die Stoffe, Maschinen und Know-How zur Verfügung stellten, wurden an zwei Nachmittagen 27 Tragetücher produziert. „Wir haben uns alle sehr gefreut und wünschen den Eltern die unsere Tücher bekommen, alles Gute für ihren weiteren Weg“, so Kristina Strauß-Botka, die sich wünscht, dass die europäischen Regierungen „endlich etwas unternehmen, damit der Weg für die Flüchtlinge nicht mehr so gefährlich und beschwerlich ist“.

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