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Augen auf beim Spielzeugkauf!

Die Kinderfreunde OÖ widmen ihre vorweihnachtliche Kampagne „Augen auf beim Spielzeugkauf!“ den Computer- und Konsolenspielen. Sie regen Eltern an, sich gut zu informieren und nur altersgerechte und qualitätsvolle Computerspiele zu kaufen.  Außerdem formulieren die Kinderfreunde Forderungen an Wirtschaft und Politik.


Frau Diensthuber, machen Computerspiele Kinder gewalttätig?

Simone Diensthuber: Nein, Untersuchungen zeigen, dass mehrere Faktoren ins Spiel kommen müssen, damit Kinder und Jugendliche gewalttätig werden. Hier sind unterschiedliche Ursachen wie Gewalterfahrungen im Familien- und Freundeskreis, Alkohol- und Drogenkonsum und soziale Isolation denkbar. Es scheint eher so, dass aggressive Kinder eher zu brutalen Spielen greifen. Für den Umkehrschluss, dass gewalttätige Spiele alleine im realen Leben aggressiver machen, für den wurden meines Wissens bislang keine wissenschaftlichen Beweise gefunden.


Warum warnen Sie trotzdem auf Ihren Plakaten vor „Mord am Bildschirm“?

Simone Diensthuber: Weil es der grundsätzlichen Werthaltung der Kinderfreunde entspricht, für eine gewaltfreie Welt einzutreten. In der großen weiten Computerspielewelt gibt es viele Möglichkeiten, da muss ein Gewaltspiel nicht unbedingt sein.


Welche Probleme sehen Sie am Computerspielmarkt?

Simone Diensthuber: Die Spiele sind vielfältig und es ist für Eltern schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen. Wir fordern vom oberösterreichischen Gesetzgeber, dass es eine verpflichtende Alters- und Inhaltskennzeichnung aller im Verkauf erhältlichen Computerspiele gibt. In Wien wird das bereits praktiziert und wir halten das für eine gute Idee. Außerdem wünschen wir uns vom Handel besser geschultes Verkaufspersonal.


Was raten Sie Eltern im Hinblick auf Computerspiele und neue Medien?

Simone Diensthuber: Unsere vorweihnachtliche Kampagne „Augen auf beim Spielzeugkauf“ will Eltern animieren, sich zu informieren. Zu sagen „da kenne ich mich nicht aus“ ist zu wenig. Eltern sollten es sich zur Aufgabe machen, ihre Kinder aktiv im Umgang mit neuen Medien zu unterstützen. Und das schon von klein auf. Denn wenn man Bescheid weiß und geübt ist, mit den Kindern darüber zu sprechen und auch mit ihnen zu spielen, fällt es später viel leichter, wenn sich mal die Frage nach Gewaltspielen stellt.


Und was sollen Ihrer Meinung nach Eltern tun, wenn ein Gewaltspiel auf dem Wunschzettel steht?

Simone Diensthuber: Das ist allgemein schwer zu beantworten. Grundsätzlich glaube ich, dass Verbote die Spiele nur noch attraktiver machen, also sollte man das gut abwägen. Ich kann Eltern aber gut verstehen, die ihren Kindern ein Computerspiel, in dem es ums Totschießen geht, nicht kaufen wollen. Das mit den eigenen Kindern zu besprechen und alternative Lösungen zu finden, ist ein möglicher Weg.


Zusätzliche Informationen und Material zur aktuellen Kampagne:

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