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Ende der Elternbildung

Nächster harter Schlag für Eltern in Oberösterreich. Ab 2018 fix: Landeskürzungen bedeuten Ende von geförderter Elternbildung in OÖ

Linz, 15.11.2017. Nach der Kindergarten-Gebühr, die als reine Strafmaßnahme für berufstätige Eltern gewertet werden kann, müssen Familien den nächsten Tiefschlag einstecken: die vom Land OÖ geförderten Eltern-Aktiv-Seminare können 2018 bei den Kinderfreunden nicht mehr stattfinden. Eine fast zwei Jahrzehnte dauernde Erfolgsgeschichte ist damit vorbei.

Es gibt keine Förderung für Elternbildung mehr, die rigiden Kürzungsmaßnahmen für das Sozialressort, die Landeshauptmann Stelzer und Landeshauptmann -Stellvertreter Haimbuchner zu verantworten haben, sind die Ursache. Allein die Kinderfreunde in OÖ können ab dem nächsten Jahr 114 mehrteilige Eltern-Aktiv-Seminare nicht mehr durchführen. Das Ende dieser anerkannten Präventionsmaßnahme ist ein „harter Schlag für Familien“, so Roland Schwandner, Landesvorsitzender der Kinderfreunde.

Die Information über das Ende der Förderung hat die Kinderfreunde am Montagnachmittag erreicht. „Wir haben als erstes unsere Referent/innen und unsere Mitarbeiter/innen informiert, jetzt müssen wir auch den Eltern sagen, dass sie ab dem kommenden Jahr nicht mehr mit dem umfangreichen Elternbildungsangebot der Kinderfreunde rechnen können“, bedauert Roland Schwandner.

Themen, die nun niemand mehr bespricht

Zu den von den Kinderfreunden angebotenen Eltern-Aktiv-Seminaren fielen Themen wie „Stopp heißt Schluss, wie schütze ich mein Kind vor Gewalt“, „Von Erziehung zur Beziehung“, „Hilfe die Kinder streiten“, „Pubertät“, „Kommunikation in der Familie“, u.v.m. Rund 1.200 Familien haben allein im letzten Jahr von dieser Präventionsmaßnahme profitiert. Diese fällt zur Gänze weg. Die bereits in Druck befindlichen Eltern Kind-Zentrums-Programme fürs nächste Jahr müssen bei der Elternbildung mit einem „Leider gestrichen“ versehen werden.

Auswirkungen für Linz

In Linz werden 14 mehrteilige Eltern-Aktiv-Seminare gestrichen, das betrifft direkt mindestens 140 Familien und neun Referentinnen und Referenten. Wissensweitergabe und Hilfestellung, die Familienleben leichter machen, gehören der Vergangenheit an.

Eltern allein gelassen

„Bietet man Elternbildung ungefördert an, erhöht sich der Beitrag für Eltern massiv. Das spricht gegen die Niederschwelligkeit des Angebots“, so Roland Schwandner.

Kristina Strauß-Botka, Leiterin der Familienakademie der OÖ Kinderfreunde weiß: „Eltern haben - durch den Wandel weg von der Großfamilie und durch neue Lebensentwürfe - heute weniger Rat und Tat an der Hand. Alleinerziehende und Patchwork-Eltern haben zusätzliche Herausforderungen zu meistern. Seminare für Eltern sind eine wichtige Maßnahme, die jetzt nicht mehr in der Fläche angeboten werden kann. Eltern müssen nun wieder mit ihren Problemen allein fertig werden. Die Kürzung bei den Seminaren macht zunichte, was wir in fast zwei Jahrzehnten an Elternarbeit aufgebaut haben.“

Warum es LH Stelzer und LH-Stv. Haimbuchner gerade auf Familien und Kinder abgesehen haben, bleibt unklar. Klar ist, dass beide „die Verantwortung dafür tragen, dass Eltern mit ihren herausfordernden Erziehungsaufgaben jetzt ein wichtiges Angebot verloren haben“, so Roland Schwandner von den Kinderfreunden.

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